6. Ab wann soll euer Kind in Fremdbetreuung / Kindergarten gehen?

Sprich mit deiner Partnerin in Ruhe darüber, ab wann euer Kind in den Kindergarten oder bei einer Tages­mutter/Tages­vater betreut werden soll — davon hängt eure ganze Planung ab. Also auch ab wann ihr auch wieder wie viel arbeiten wollt, wie Wiedereinstieg in Beruf und Eingewöhnung in Kindergarten ablaufen sollen, ob (Eltern-)Teilzeit eine Rolle spielt, etc. pp.

Die Regeln für Kindergarten sind in jedem Bundes­land anders: Aufnahme­alter, Anmelde­fristen und Saisonstart variieren. In Wien beginnt das Kindergarten­jahr z.B. regulär im Herbst.

Die Frage der Fremdbetreuung kann auch durchaus sehr emotional sein - nehmt euch hierfür also am besten genügend Zeit, auch um andere Eltern nach ihren Erfahrungen zu fragen, Artikel zu lesen, etc.

Ich habe ein paar Links gesammelt, die Entscheidung trefft ihr jedoch ganz allein - und jedes Kind ist anders und entwickelt sich individuell:

Die (emotionale) Frage der Fremdbetreuung

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Das Thema "Ab wann Kleinkinder in die Fremdbetreuung eingewöhnen" ist — so scheint es mir zumindest nach kurzer Recherche — höchst umstritten. Es hilft hier, als Paar frühzeitig darüber zu sprechen - weil es auch für die Karenzplanung eine zentrale Frage ist.

Warum ist diese Frage so wichtig für die Karenzplanung? Da das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld 14 Monate nach Geburt endet, stellt sich die Frage wie das Kind im Alter von 1 Jahr und zwei Monaten nun betreut wird, wenn beide Eltern wieder arbeiten gehen möchten. Beziehungsweise aus finanziellen Gründen wieder arbeiten gehen müssen.

Die Alternativen zur Fremdbetreuung in der Kindergarten-Gruppen sind die Eltern-Teilzeit von Mutter und Vater im 20h/20h-Modell, die unbezahlte Karenz, Großeltern, Betreuung mit einer Tagesmutter/vater in kleineren Gruppen, o.ä.

Wie emotional aufgeladen die Debatte ist, zeigt ein prominentes Beispiel aus den Medien, welches bei vielen Eltern direkt Schuldgefühle auslösen kann. Die Psychologin Stefanie Stahl äußerte sich hier recht drastisch:

Für die Gehirnentwicklung eines Kindes ist es nicht gut, wenn es mit unter zwei Jahren in die Kita gegeben wird.

Solche Pauschalaussagen wiegen schwer – doch sie bilden nur einen Teil der wissenschaftlichen Diskussion ab. Ein Faktencheck des Stern rückt die Perspektive wieder gerade und befragt dazu verschiedene Entwicklungspsycholog:innen:

Die richtige Entscheidung – da sind sich die Kleinkindpädagogin Susanne Mierau, der Kinderarzt Herbert Renz-Polster sowie die Entwicklungspsychologen Moritz Daum und Stephanie Wermelinger einig – gibt es nicht. Eines ist jedoch klar: Pauschal zu sagen, es würde Kindern schaden, in den ersten beiden Lebensjahren eine Kita zu besuchen, ist falsch.

PDF (UZH) / Original-Artikel

Wichtiger als das bloße Alter ist laut Medienberichten oft die Qualität der Betreuung. Ein guter Betreuungsschlüssel, eine sensible Eingewöhnung und eine stabile Bindung zu Hause können Stressfaktoren massiv abfedern:

Eingewöhnung bedeutet für die Kinder Stress... "In den ersten Wochen der Eingewöhnung erhöht sich das Stresshormon Cortisol"... Mit welchem Alter Kinder am besten eingewöhnt werden sollten? Dazu kann weder die Pädagogin noch die Entwicklungspsychologin eine Empfehlung abgeben... Mehr Personal ist wichtig.

derStandard

Es finden sich allerdings auch Stimmen, die Vorteile einer Fremdbetreuung unterstreichen — wenn die Rahmenbedingungen stimmen (derStandard).

Im Bundesland Niederösterreich ist es beispielsweise aber erst möglich, das Kind ab dem 2. Lebensjahr in den Kindergarten zu schicken:

Frühestens ab dem vollendeten 2,5. Lebensjahr. Ab September 2024 ist eine Aufnahme von Kinder ab Vollendung des 2. Lebensjahres möglich.

noe.gv.at

Die Stadt Wien hat so eine minimale Alters-Grenze nicht:

Laut Statistik Austria befindet sich jedes dritte Kind (29,1 Prozent) zwischen null und zwei Jahren in Fremdbetreuung, der Großteil davon in Wien (44,3 Prozent)...

derStandard

Hier liegt eine weitere Krux: Diese Entscheidung (und aufwändige Recherche) ist keine leichte für Neu-Eltern, wenn sie eigentlich "nur mal schnell" ihre Karenzzeit planen wollen.

Letztlich gibt es jedoch kein universelles 'Richtig'. Die beste Lösung ist die, die für euer individuelles Familiensystem, die Entwicklung eures Kindes, eure Werte - und eure finanzielle Realität - am besten funktioniert.