Braucht es ein Buch zu Väterkarenz?

Matthias Andrasch

Matthias Andrasch

Ich wollte nie ernsthaft ein Buch schreiben, Webseiten gestalten bringt mir mehr Freude.

Aber zu diesem Thema wäre ein Buch / kleiner Ratgeber definitiv sinnvoll:

„Wie man als Vater mehr als 2 Monate Karenz nimmt - oder anderweitig mehr Verantwortung übernimmt in den ersten Jahren mit Kind”

Update - 26.05.2026: Ich habe einen ersten Entwurf für einen Ratgeber verfasst. 😮 Freue mich über Feedback, sehr gerne auch kritisch!

Denn auch die neue Umfrage von SPÖ-Familiensprecher Bernhard Herzog zeigt:

Mütter übernehmen 12 bis 24 Monate Karenz - Väter nur zwei Monate. Wenn überhaupt.

Dies liegt - in meinen Augen - natürlich auch an den Rahmenbedingungen von maximal 14 Monaten Förderung (von ca. 80% des bisherigen Gehalts). Möchte die Mutter das erste Jahre mit Kind verbringen, bleiben Vätern nunmal nur noch zwei gut bezahlte Monate.

Falls sie überhaupt Anspruch haben. Denn ein Jobwechsel bzw. Arbeits­losen­geld-Bezug in den 6 Monaten vor der Geburt, verhindern den vollen Anspruch.

Das größte Problem meiner Ansicht nach: Optionen, um die zwei Karenzmonate zu verlängern über die maximalen 14 Monate hinaus, wie “unbezahlte Karenz”, “Urlaubs-Karenz” oder “Eltern-Teilzeit im 20h/20h-Modell” sind wenig bekannt bisher.

Ein kleines Buch bzw. Ratgeberheft könnte diese Möglichkeiten zumindest aufzeigen.

Andere Hürden wie die Diskriminierung bei Arbeitgebern, die sich in der Umfrage zeigten, können hierdurch natürlich nicht gelöst werden.

Des Weiteren muss man sich die oben erwähnten Alternativen für eine längere Väterkarenz oft auch finanziell leisten können, teils eine privilegierte Diskussion. Insbesondere bei steigenden Miet- und Lebenskosten.

Und dennoch hätte mir persönlich ein solcher kleiner Ratgeber enorm geholfen.

Ein Beispiel: Mir war beispielsweise nicht bewusst in der Planung, dass Eltern-Teilzeit 20h/20h ebenso eine Option wäre für mehr Väterbeteiligung. Weil diese auf den Informationsseiten zu Karenz eben nicht erwähnt wird, sondern auf eigenen Unterseiten zu finden ist (als eigenständiges Thema).

Insbesondere das Thema “unbezahlte Karenzmonate” ist bisher online kaum vorhanden.

Es fehlt aus meiner Sicht vor allem: Ein roter Faden für Väter. Mehr und bessere Informationen, zugeschnitten auf die Kernfrage “Wie mehr als 2 Monate Karenz nehmen - oder anderweitig Verantwortung übernehmen”, wären aus meiner Sicht also ein erster guter Schritt.

Ich bin derweil noch unentschieden, ob sich ein privat initiiertes Mini-Buchprojekt lohnt.

Ebenso könnte ich mir vorstellen, dass die Arbeiterkammer oder ein Verein ein kleines Ratgeber-Heft für “feministische / gleichberechtigte Karenzplanung” heraus gibt. Dort sitzen ja die Expert:innen, die soetwas deutlich schneller und kompetenter anfertigen könnten.

Was denkt ihr? Braucht es ein Buch/Ratgeber für Väterkarenz?

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Matthias Andrasch

Matthias Andrasch

Matthias Andrasch ist Webentwickler aus Wien, studiert hat er im Bereich Sozialwissenschaften. Er hat den Karenz Wizard ins Leben gerufen, um Eltern bei der Karenzplanung in Österreich zu unterstützen. Insbesondere Väter, sodass diese alle Optionen kennen, um ggf. mehr als zwei Monate Karenz nehmen zu können. Denn vor dieser komplizierten Herausforderung stand er selber als Neu-Vater. Mehr Infos über seine Projekte gibt es auf matthias-andrasch.eu.