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Dieses Tool sollte die AK oder eine NGO betreiben!

Dieses Projekt ist ein temporärer Prototyp. Ich habe es als Privatperson entwickelt, um zu beweisen dass ein Online-Tool für die Karenzplanung einfach umsetzbar ist. Ein solches Tool fehlt aktuell dringend, die Karenzplanung ist unnötig kompliziert.

Meiner bescheidenen Ansicht nach sollte eine öffentliche Behörde, die Arbeiterkammer oder eine NGO ein solches Tool offiziell betreiben. Insbesondere, um mehr Gleichberechtigung bei der Kinderbetreuung zu gewährleisten: Aktuell nehmen Väter in Österreich nur die minimal erforderlichen 2 Monate Karenz. Ich behaupte: Auch aus Unwissenheit, dass mehr Monate überhaupt möglich wären. So zeigen Videos der AK nur Beispiele mit "2 Monaten Väterkarenz". Ein Online-Tool kann vielfältige Wege aufzeigen.

To be fair: Der Sozialstaat Österreich fördert allerdings auch nur 12+2 Monate mit gutem Geld und wenig Einkommensverlust, für eine längere Karenz muss man sich eine "unbezahlte Karenz" leisten können - diese Problematik wird mit diesem Tool ebenso sichtbar gemacht. Die Eltern-Teilzeit, bei welcher Mutter und Vater 20h/Woche arbeiten und sich die Betreuung teilen, stellt allerdings eine Alternative für Gleichberechtigung dar.

Die Entstehungsgeschichte

Ganze Männer machen halbe-halbe?

Als werdender Vater wollte ich nicht zu den Männern gehören, die in den Medien kritisiert werden weil sie gar keine oder nur sehr wenig Karenz (2 Monate) in Anspruch nehmen:

In Österreich wird immer noch das sogenannte „Male-Breadwinner-Modell“ praktiziert: Der Mann ist der Ernährer der Familie in einem Vollzeit-Arbeitsverhältnis, die Frau liefert zu und schupft den Haushalt.

Kindererziehung ist bei uns Frauensache. Nur 16 Prozent der Väter gehen in Babykarenz. Von diesen ohnehin sehr wenigen Karenzvätern bleibt mehr als die Hälfte nur die Minimalzahl von zwei Karenzmonaten beim Kind.

Vielleicht sollten sich Österreichs Frauen an den Isländerinnen ein Vorbild nehmen – Nina Horaczek (falter / Instagram)

"Ganze Männer machen halbe-halbe" - mit diesem Anspruch startete ich meine Planung.

Ganz so einfach ist es nicht!?

Schnell bemerkte ich jedoch, dass die Kritik mit "Väter nehmen nur 2 Monate" zwar im Kern berechtigt ist - aber die Artikel oft nicht das gesamte Regelwerk dahinter erklären:

Beim einkommensabhängingen Kinderbetreuungsgeld bekommen Eltern maximal 14 Monate Betreuungsgeld nach Geburt, 2 Monate muss der Vater minimal nehmen (sogenanntes "12+2"). Danach kann man dieses Modell gar nicht fortsetzen - der Vater müsste noch einen weiteren Teil "unbezahlte Karenz" nehmen. Wozu sich aber wenig bis keine Informationen online finden.

(Einige Eltern gehen hier bspw. auch beide in Eltern-Teilzeit für 20h/Woche und teilen sich die Betreuung vormittags und nachmittags auf oder sie teilen sich danach die Betreuung auf anderen Wegen. Auch dies findet so gut wie keine Erwähnung in kritischen Artikeln meiner Erfahrung nach.)

Bildungskarenz jetzt verboten nach Elternkarenz

Auch die Bildungskarenz wurde oft benutzt, um im zweiten Lebensjahr nach der Geburt noch Betreuung gewährleisten zu können wenn die 14 Monate vorbei waren - und die Eltern ihr Kind mit knapp einem Lebensjahr nicht direkt in eine Kindergarten-Gruppe bringen wollten. Was auch bspw. in Wien möglich ist, aber in Niederösterreich noch gar nicht gehen würde in diesem jungen Alter.
Diese Möglichkeit der Bildungskarenz "als Brücke zurück ins Erwerbsleben nach einem Kind" wird nun politisch verunmöglicht (siehe moment.at). Werdende Eltern müssen sich also neue Modelle überlegen.

Es fehlten vor allem: Gute und verlässliche Infos, wie man als Vater die Karenz über die 14 Monate Maximalzeit unbezahlt verlängert und alles organisiert.

Unbezahlte Karenz: Mitversichern bei unverheirateten Paaren - Fallstrick?! 🤯

Und so verbrachte ich den Papamonat damit, zu verstehen welche Modelle eigentlich möglich sind und wie man unbezahlte Karenz organisiert. Denn ich wollte nach 12 Monaten, die meine Partnerin nehmen wollte, nicht auch nur 2 Monate nehmen. Sondern mir zumindest ein paar Monate mehr Karenz mit unserem Kind ermöglichen, ohne daneben zu arbeiten. Rechtlich darf ich mich in den 2 Jahren nach der Geburt freistellen lassen, bei einer unbezahlten Karenz kann ich mich eigentlich relativ easy bei der Partnerin mitversichern - ich wurde jedoch von der Arbeiterkammer schnell darauf hingewiesen, dass es aktuell einen möglichen Fallstrick für die Mitversicherung bei unverheirateten Paaren gibt (Klausel „unbezahlte Haushaltsführung seit mindestens 10 Monaten“). Also nicht mal die ÖGK Mitversicherung war easy-peasy möglich in der unbezahlten Karenz - und im blödesten Fall muss man ja den vollen ÖGK Selbstversicherung bezahlen von ~500€/Monat 🤯

(Ich habe hierzu auch eine offizielle Anfrage an die Pressestelle der ÖGK gesendet mit Bitte um Klarstellung der Klausel, bisher leider unbeantwortet - sowie die Problematik bei einem AK Berater angesprochen, der es ins interne Feedbacksystem mitnehmen möchte.)

Ab wann ist ein Kind bereit für die Kindergarten-Gruppe?

Kalt erwischt hat mich daher auch das Thema "Ab wann ist das Kind bereit für Kindergarten-Gruppen? / Ab wann ist es entwicklungspsychologisch sinnvoll?". Dieses Thema wird sowohl hochemotional diskutiert, es wird vieles pauschal gefordert (Bezüge zu Skandinavien), einiges widerspricht sich - und am Ende ist es natürlich eine zutiefst individuelle Entscheidung der Eltern - die auch oft mit der Frage des Einkommens zusammenhängt. Jedes Kind ist anders.

Es gibt eine große Bandbreite an Modellen, wie Eltern die ersten Jahre mit Baby und Erwerbsarbeit organisieren. Mir war nicht bewusst, dass diese Entscheidung mit 14 Monaten nach Ablauf des eaKBG ansteht - wenn man doch zuvor immmer von 2 Jahren Recht auf Karenz liest. Dies bezieht sich aber nur auf das Recht der Freistellung beim Arbeitgeber, nicht die finanzielle Förderung durch den Sozialstaat. Was hier fehlt: Einfache Beschreibungen, welche verschiedenen Wege Eltern gehen könnten.

Siehe auch Ab wann wird Fremdbetreuung im Kindergarten offiziell frühestens empfohlen? in meinem Blogbeitrag.

Ganze Männer müssen ... vor allem erstmal sehr viel recherchieren!

Long story short: Ganze Männer machen halbe halbe - nicht so einfach aktuell!

Es finden sich online einfach sau wenig Informationen dazu, wie man vom klassischen 12+2 abweicht. Ich habe einen Bachelor- und Master-Abschluss in Geisteswissenschaften, komplexe Thematiken und lange Texte sind mir nicht fremd - aber ich fand es extrem anstrengend, mir hier Klarheit und verlässliche Informationen zu beschaffen.

Was aus meiner Sicht fehlt: A) Ein Ratgeber mit rotem Faden - statt Einzelbroschüren zu allen Einzelthemen wie Mutterschutz, Papamonat, Kinderbetreuungsgeld-Modellen, etc. B) eine feministisch orientierte Beratung für Eltern, die direkt möglichst gleichberechtig die Betreuung übernehmen wollen, C) bessere Visualisierungen und vor allem Erklärvideos, die Männer mit mehr als 2 Monaten Karenz-Anteilen erklären (wie es jetzt leider bei AK-Videos der Fall ist) - und D) ein Onlinetool, wo man mit dem/der Partner:in alles ausprobieren kann.

Mit diesem Projekt möchte ich zumindest Punkt D) angehen und einen kleinen "Proof of concept" liefern. Mit der Hoffnung, dass der nächsten Mutter und dem nächsten frischgebackenen Vater nicht so der Kopf brummt - und ein klein wenig mehr Gleichberechtigung möglich ist.

Und natürlich ist es großartig, dass Österreich ein Sozialstaat ist und es überhaupt Mutterschutz, Papamonat, staatliche Karenz-Förderungen & Co gibt. Aber: Luft nach oben ist immer!

Kritisches Feedback ist sehr willkommen! Siehe auch mein Blogbeitrag: Crashkurs: Elternkarenz für Dummies inkl. Halbe Halbe (Österreich)

⚠️ Diese Seite ist ein privates Hobby-Projekt. Alle Angaben sind ohne Gewähr und unverbindlich, es können Fehler enthalten sein. Diese Webseite stellt keine Rechtsberatung dar! Für verbindliche Auskünfte wende dich an deine Arbeiterkammer, Gewerkschaft oder Sozialversicherung – Gesetze können sich ändern.

Mit ❤️ für das Land der Berge entwickelt von Matthias Andrasch.

Dieses Webseite ist ein "proof of concept", um zu zeigen dass ein Online-Tool für die Karenzplanung einfach und schnell umsetzbar ist. Meiner Ansicht nach sollte es von einer Vertretung wie der AK oder einer NGO betrieben werden, um mehr Väterkarenz sowie Gleichberechtigung zu ermöglichen. 💪

Made with SvelteKit.

Lizenz: MIT (Open Source)

Auf GitHub ansehen

Diversity 🌈

Das Tool ist leider noch nicht bzgl. Regenbogenfamilien optimiert. Ich bitte dies zu entschuldigen! (Falls jemand hierzu unterstützen kann, ob rechtlich alles gleichgestellt ist - gerne melden!)

Barrierefreiheit

Das Tool ist leider noch nicht bzgl. Barrierefreiheit optimiert, es handelt sich um einen schnellen Prototyp in meiner Freizeit. Die Barrierefreiheit gemäß WCAG 2.2 AA wird in Zukunft gewährleistet.

Solidarität für unerfüllte Kinderwünsche ❤️‍🩹

„Einfach mal so Kinder kriegen" ist keineswegs für alle Paare möglich. Unterstützung findet sich unter anderem beim Verein UIK.

Ein großer Dank an die mutigen Pionier:innen der IVF-Befruchtung (siehe u.a. Film Joy) und den ersten Frauen, die sich für die Forschung - und gegen alle Widerstände - zur Verfügung gestellt haben.

In stillen Gedenken an alle Sternenkinder.

Privates, nichtkommerzielles Hobbyprojekt – keine Rechtsberatung, alle Angaben ohne Gewähr! Bitte unbedingt bei der AK kostenfrei beraten lassen!